Einleitung

 

Das Planspiel „Die Beste Aller Welten“ wurde im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung an der Universität zu Köln in einem Zeitraum von zwei Jahren entwickelt und in regelmäßigen Abständen in der Praxis erprobt. Diese Phase der Planspielentwicklung wurde durch eine systematische Evaluation flankiert, um die Konzeption der Maßnahme und die Wirksamkeit der mit dem Planspiel verbundenen pädagogischen Zielsetzungen zu überprüfen und zu bewerten.

Folgt man Bortz und Döring, so beinhaltet „Evaluationsforschung [...] die systematische Anwendung empirischer Forschungsmethoden zur Bewertung des Konzeptes, des Untersuchungsplanes, der Implementierung und der Wirksamkeit sozialer Interventionsprogramme“ (Bortz/Döring 2002, 102). Was bedeutet diese allgemeine Definition nun für die Evaluation im Rahmen der Entwicklung des Planspiels „Die Beste Aller Welten“? Da eine solche Entwicklung ein komplexes Geschehen mit einer Vielzahl von beteiligten Personen und inhaltlichen Ebenen darstellt, stehen begleitende evaluative Maßnahmen vor der Herausforderung, systematische Einblicke in dieses Geschehen zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang kann die Evaluation der Planspielentwicklung als eine ‚prismatische’ gekennzeichnet werden, da sie einen möglichst objektiven, multiperspektivischen Blick auf verschiedene Ebenen erlauben soll, um gegebenenfalls Veränderungen an der Konzeption vornehmen zu können. Zu diesem Zweck wurden zur Evaluation der Planspielentwicklung die folgenden Instrumente entwickelt:

 

  • Dokumentation von Verhaltens- und Einstellungsveränderungen der Jugendlichen und ihrer Bewertung des Planspiels mittels einer teilstandardisierten Vorher-Nachher-Befragung
  • Akzeptanz und Bewertung des Planspiels durch die beteiligten pädagogischen Fachkräfte mittels einer standardisierten Befragung am Ende jedes Spieltages
  • Dokumentation des Ablaufs einzelner Sequenzen mittels systematischer Beobachtung

 

Die Ausgangspunkte für die Entwicklung des Planspiels stellen zwei Expertisen (Reich 2005; Roth 2005) sowie eine daran anknüpfende Bedarfs- und Bedingungsanalyse dar. In letzterer wurde auf der Grundlage von Sekundäranalysen bestehender Datensätze (vgl. Shell 2002; Ipos 2003) sowie leitfadengestützter Interviews der Handlungsbedarf zur politischen Bildung bildungsbenachteiligter Jugendlicher erhoben.

Hier soll dem/der Leser/-in das oben angedeutete Evaluationskonzept zunächst detaillierter erläutert werden (Konzeption der Evaluation), bevor einige während der Entwicklung des Planspiels vorgenommene Veränderungen dargestellt werden (Veränderungen an der Planspielkonzeption). Unter Evaluationsergebnisse werden einige zentrale Ergebnisse des Evaluationsberichtes nachgezeichnet sowie den pädagogischen Fachkräften didaktische Hinweise zum Einsatz des Planspiels aus Sicht der Evaluation an die Hand gegeben.