Phase 2

Anleitung

In der zweiten Phase des Spiels sind folgende Schritte notwendig:

  • Schritt 1: Anleitung des „Die-Beste-Aller-Welten“-Teams, die einleitende Nachrichtensendung zu machen
  • Schritt 2: Einleitung in die zweite Phase (M 23 / E 2)
  • Schritt 3: Verteilen der Berufs-/Tätigkeits- und Gegenstandskarten durch die regierende Lebensform; Beobachten und Interviewen seitens des „Die-Beste-Aller-Welten“-Teams; ggf. Erteilen eines Sonderauftrags an die restliche Gruppe
  • Schritt 4: Diskussion innerhalb der Berufsgruppen; Beobachten und Interviewen seitens des „Die-Beste-Aller-Welten“-Teams

Setting

Die Kommunikation mit der Außenwelt ist inzwischen auf das “Die-Beste-Aller-Welten”-Team reduziert, es gibt für die Inselbewohner/-innen keine Möglichkeit mehr, von außen Hilfe zu holen. Dies zwingt sie, unter der Führung der Gruppe, die in der ersten Phase bestimmt wurde, selbst dafür zu sorgen, dass ein Überleben auf der Insel möglich bleibt. Die verschiedenen Aufgaben/Tätigkeiten, die erfüllt werden müssen, um das Leben im Dorf zu sichern, werden verteilt. Eine Übersicht darüber bietet dazu eine Hilfe, die Kreativität vor allem der Führungsgruppe ist hier gefragt. Außerdem zeigt sich an den Entscheidungen, welche Auswirkungen die in der ersten Phase gewählte Lebensform auf das Leben der Einzelnen hat. Es gibt nicht nur Leitungsfunktionen, sondern auch überlebenswichtige Tätigkeiten wie Serviceleistungen in Küche und Reinigung, harte Arbeit als Stromproduzent/-in oder im Bau, Ordnungsdienste und Nahrungsmittelproduzent/-innen müssen bereitgestellt werden. Die regierende Gruppe diskutiert und entscheidet innerhalb der Gruppe oder im Plenum, wer was zu tun hat.
Die Phase mündet in die Mittagspause, in der dann tatsächlich Anweisungen entsprechend der Arbeitsverteilung gegeben werden und die Rolle für jede/-n Einzelne/-n erfahrbar wird. Das „Die-Beste-Aller-Welten“-Team beobachtet in der Phase genau, was in den Gruppen und auf der Insel passiert, erstellt ein Stimmungsbild und berichtet davon in seinen Nachrichtensendungen.

Ziele

Die mit der zweiten Phase der Staffel 1 intendierten Ziele sind vorrangig:

  • die Teilnehmenden (TN) lernen verschiedene Handlungsmöglichkeiten in politischen Entscheidungsprozessen kennen;
  • die TN erkennen die Auswirkungen der jeweiligen politischen Lebensform auf gesellschaftliches Verhalten und Machtstrategien;
  • die TN erleben die ungleiche Verteilung von Ressourcen und die hierarchische Bewertung von Tätigkeitsfeldern in einer Gesellschaft. Je nach Regierungsform bemerken sie den gegebenen oder eingeschränkten bis verhinderten Handlungsspielraum niedrig gestellter Gruppen;
  • die TN erproben das Agieren in sowohl verantwortungsvollen, mächtigen als auch in verhältnismäßig „machtlosen“ gesellschaftlichen Positionen und erleben in einer intensiven Perspektivübernahme deren jeweiligen Vorzüge und Nachteile.

Gruppen

Die Kleingruppen, die in der ersten Phase der Staffel zusammen gearbeitet haben, werden nun neu gemischt: Jetzt gibt es nicht mehr vier verschiedene Lebensformen, sondern nur noch eine, auf die man sich in der Verhandlung auf dem Marktplatz am Ende der ersten Phase geeinigt hat oder die sich auf eine andere Art durchgesetzt hat. Es gibt also nun – je nach den bestimmten Regeln und Vorstellungen durch die regierende Lebensform oder nach den Verhandlungen der Gruppen – eine leitende Gruppe, eine oder mehrere leitende Person/-en. Das „Die-Beste-Aller-Welten“-Team bleibt in seiner bisherigen Zusammensetzung bestehen.
Durch die Verteilung der Tätigkeiten und Gegenstände entstehen im Laufe der zweiten Phase neue (Interessens-) Gruppen, die sich zusammenfinden, über ihre Situation und Aufgaben diskutieren und beraten sollen und ggf. Gegenmaßnahmen ergreifen sollen (z.B. einen Umsturz der bestehenden Regierung planen).

Ablauf

Die zweite Phase beginnt mit einer Nachrichtensendung des „Die-Beste-Aller-Welten“-Teams: Dieses berichtet über die Geschehnisse auf der Insel und den Ausgang der Verhandlung am Ende der ersten Spielphase. Anschließend wird eine Ereigniskarte wahlweise von der Spielleitung oder per Video-Einspieler ins Spiel eingebracht. Die Inselbewohner/-innen erfahren, dass die Verbindungen zur Außenwelt abgerissen sind und sie nun gezwungen sind, ihr Leben selbst zu organisieren. Die Gruppe, die sich in der ersten Sequenz durchgesetzt hat, setzt nun die ihr gemäßen Mittel ein, um das Leben in der Inselwelt neu zu organisieren. Sie macht dazu einen Aufgabenverteilungsplan und weist den Bewohner/-innen Tätigkeiten und vorhandene Gegenstände zu. Die Bewohner/-innen werden dann die Aufgaben zu erfüllen haben und werden die Gegenstände benutzen können. Verhandelt die regierende Gruppe diese Verteilung unter sich, bekommt die restliche Gruppe einen Sonderauftrag (von der Spielleitung oder der regierenden Gruppe angeordnet). Das „Die-Beste-Aller-Welten“-Team beobachtet beide Gruppen. Nach der Verteilung der Tätigkeiten und Gegenstände (symbolisch in Form von Berufs- und Gegenstandskarten) tun sich die Teilnehmenden gemäß ihrer Tätigkeitskategorie (M 24: Liste der Tätigkeiten) in je einer Ecke des gleichen Raumes in (neuen) Gruppen zusammen und diskutieren über die neue Situation auf der Insel, über ihre Aufgaben und ihre Zufriedenheit darüber. Das „Die-Beste-Aller-Welten“-Team geht dabei von Gruppe zu Gruppe, interviewt Einzelne und erstellt ein Stimmungsbild.
Der Ausgang dieser Phase ist ungewiss. Es ist möglich, dass die neue Aufgabenverteilung und die (ungerechte?) Verteilung der Gegenstände in der Praxis so viel Widerstand auslöst, dass die nach der ersten Sequenz bestimmende Gruppe im laufenden Prozess abgelöst wird.

Zeit Inhalt Aufgaben der Spielleitung Aufgaben der TN Material und Einspieler
15 Min.

Nachrichten-
sendung
  Das „Die-Beste-Aller-Welten“-Team fasst die neue Situation auf der Insel zusammen und berichtet von der Stimmung;

Alle hören zu
 
10 Min.
Einleitung 2. Phase Die Spielleitung hängt das Bild des Vulkans auf und trägt die Ereigniskarte zur 2. Phase entweder selbst vor oder zeigt den entsprechenden Einspielfilm Die TN hören und/oder sehen zu Insel M 23;
Insel E 2;
Von Insel M 4 das dritte Blatt ausgeben („Drehplan Nr. 2“)
30 Min.

Die regierende Lebensform bestimmt nun das Leben in „Die Beste Aller Welten“. Funktionen/Berufe und Gegenstände werden verteilt Die Spielleitung übergibt der am Ende von Phase 1 als regierende eingesetzten Gruppe/Person die Listen der Tätigkeiten und Gegenstände sowie die dazugehörigen Karten (Insel M 24, 25, 26 und 27), damit sie diese entweder an die TN weitergeben oder selbst behalten kann;
Je nach Vorgehensweise der regierenden Gruppe diskutiert sie die Verteilung der Tätigkeiten und Gegenstände unter sich oder z.B. in einer öffentlichen Versammlung; den übrigen TN erteilt die Spielleitung einen Sonderauftrag oder gibt den Auftrag an die regierende Gruppe, damit diese ihn erteilen kann
Die regierende Lebensformgruppe verteilt die Tätigkeiten und Gegenstände nach ihren festgelegten Regeln;

Das „Die-Beste-Aller-Welten“-Team beobachtet und interviewt alle TN;
Alle anderen bekommen ggf. – soweit sie nicht in die Verteilung einbezogen werden – einen Sonderauftrag. Diesen kann entweder die Spielleitung bestimmen oder die regierende Gruppe;

Sonderauftrag z.B.:
„Malt die neue Flagge der Insel Die Beste Aller Welten“
Insel M 24, 25, 26 und 27
z.Hd. der regierenden Gruppe/
Person
60 Min. Evtl. Mittagspause Hier bietet sich eine Mittagspause an: Die Pause kann je nach Tagesablauf (z.B. Mittagszeiten in der Schule) aber auch schon früher erfolgt sein oder am Ende der Phase 2 erfolgen;
Die Spielleitung weist die TN darauf hin, dass in der Pause die Regeln der Insel weiter gelten und die Verteilung der Berufe jetzt zum Einsatz kommt
Essen, Ruhen, Bewegen. Auch in der Pause gelten die Regeln weiter; Das bedeutet, dass sich die regierende Gruppe je nach Lebensform und Regeln bedienen lassen, Feiern organisieren oder andere Maßnahmen zur Gestaltung der Pause anordnen kann; Dabei gilt die zuvor erfolgte Verteilung der Tätigkeiten: TN mit leitenden Funktionen können Befehle erteilen, TN, die Berufe in unteren Hierarchiestufen erhalten haben, müssen diese ausführen  
30 Min.
Diskussion in Kleingruppen über die neue Inselsituation   Die neuen Gruppen, die sich durch die Verteilung der Tätigkeiten gebildet haben, setzen sich in ihren jeweiligen Ecken des Marktplatzes zusammen und diskutieren über ihre Funktionen auf der Insel und ihre Zufriedenheit damit; Je nach Stimmung und Kreativität der TN besteht die Möglichkeit eines Putschversuchs;
Das „Die-Beste-Aller-Welten“-Team beobachtet die Stimmung, interviewt und bereitet sich auf die nächste Nachrichtensendung vor: Was denken die Inselbewohner/-innen und was haben sie vor?
 
10 / 60 Min.* Ggf. Mittagspause
Pause
s.o.

s.o.

Essen, Ruhen, Bewegen
 

*Wenn noch nicht erfolgt: 60 Min.
Sonst: 10 Min.